»Wer startet heutzutage bitte noch einen Blog?«
Diese Frage habe ich mir ehrlich gesagt selbst gestellt, bevor ich hier wieder angefangen habe zu tippen. Während TikToks, Shorts und KI-generierte Inhalte das Internet fluten, fühlt sich ein Blog fast schon nostalgisch an. Beinahe so, wie ein Brief an das Internet, den niemand erwartet, aber vielleicht doch jemand liest.
Mein erster Blog ging 2015 online. Damals habe ich über Videospiele geschrieben. Reviews, Meinungen, kleine Essays über Pixel, Controller und die Magie von Open Worlds. Es war chaotisch, ungeschliffen, manchmal peinlich. Aber es war meins. 2019 hat dann ein Buchblog meinen ersten Blog abgelöst. Ich habe Rezensionen geschrieben, Leselisten geteilt, literarische Rants rausgelassen und zum ersten Mal wirklich gemerkt, wie schön es ist, über Geschichten zu reden, die mich berühren. Und wie cool es ist, wenn andere Menschen darauf reagieren, kommentieren, diskutieren.
Dann wurde es still.
Warum Bloggen meine Lieblings-Sidequest ist
Meine Interessen haben nicht mehr in eine einzige Kategorie gepasst. Ich habe diverse Hobbies: LARP, Pen & Paper, Tabletop, Bücher, Filme & Serien, Gaming, Musik, nähen, Handwerk und Kochen & Backen. Es hat sich nicht richtig angefühlt, nur ein Thema zu bespielen, was sowohl beim Gaming- als auch beim Bücher-Blog der Fall gewesen war.
Irgendwann wurde mir klar: Ich brauche keine Main Quest, ich will zwischen verschiedenen Nebenquests wechseln können. Ich brauche Abwechslung. Dieser Blog ist also mein digitales Sammelbuch irgendwo zwischen Bastelwerkstatt, Gedankenkiste und Notizblock für alles, was mich gerade begeistert oder völlig unverhältnismäßig viel Zeit kostet. Mal ist es ein Rezept, mal ein neues Regelwerk, mal ein emotionaler Kommentar über eine Serie, die mich unerwartet zerstört hat.
Ich schreibe hier nicht, um irgendeinem Algorithmus zu gefallen, sondern weil’s Spaß macht, über Dinge zu reden, die sonst keinen festen Platz haben. Der Blog ist mein Ort für alles, was zu klein für ein Projekt, aber zu groß zum Vergessen ist. Ein bunter Haufen Gedanken: Unordentlich, ehrlich und genau deswegen irgendwie schön. Und je länger ich das betrachte, desto klarer wird mir, wie selten solcher Freiraum online geworden ist.
Social Media frisst Zeit und Energie, und irgendwie ist das Teilen dort nicht dasselbe. Alles will optimiert, geplant, gebrandet sein. Ich wollte wieder etwas, das nicht nach Algorithmen tanzt. Einen Platz, an dem ich einfach kreativ sein darf, ohne mich selbst zu vermarkten. Darum blogge ich wieder.
Blogging: Influencing in Retro-Optik
Weil ich einen Raum brauche, in dem Ideen atmen dürfen. Weil ich mit Menschen connecten möchte, die ähnlich ticken, die auch nachts um zwei noch über Bücher, Games oder das Leben an sich nachdenken. Und weil Bloggen entschleunigt. Es zwingt mich, wirklich nachzudenken, bevor ich schreibe. Keine 15-Sekunden-Clips, keine Likes in Echtzeit, nur Worte, Gedanken und vielleicht eine Tasse Kaffee daneben.
Vielleicht ist Bloggen heutzutage altmodisch. Vielleicht ist es aber auch genau das, was wir gerade wieder brauchen: ein bisschen Langsamkeit im digitalen Rausch.
NICHTS MEHR VERPASSEN:
Bleibe bei dem Laufenden und bekomme monatlich
die besten Blogartikel direkt in deine Inbox!

Diese neugierige Seele stammt us dem rauen Norden, wo Wind und Wellen das Land formen. Getrieben von Neugier zieht sie durch Tavernen, Häfen und ferne Länder und ist dabei immer auf der Suche nach den Wahrheiten hinter den Märchen. „Thale Grimm“ ist ihr Pseudonym, unter dem die Autorin ihre Gedanken und Erzählungen teilt.

Freue mich darauf, das zu verfolgen!
Danke dir! 🙂