Here to Slay klingt wie mein Lebensmotto, sieht aus wie ein niedliches Kartenspiel mit putzigen Tierwesen und fühlt sich in den ersten Minuten auch genauso an. Dann werden Blicke ausgetauscht, Karten zu langsam ausgespielt und jemand lächelt zu selbstzufrieden. Spätestens in diesem Moment ist klar: Hier geht es nicht mehr ums Gewinnen, sondern darum, wer am Ende noch unversehrt vom Tisch aufsteht.
Eckdaten
| Spieler:innen | 2-6 |
| Spieldauer | 30-60 Min. |
| Altersempfehlung | 10+ Jahre |
| Designer:in | Ramy Badle |
| Kategorie | Kartenspiel, Würfel, Fantasy, Kampf, Strategie, Glück |
| Erschienen | 2020 |
Was ist Here To Slay?
Here To Slay ist ein kompetitives Fantasy-Kartenspiel für 2 bis 6 Spieler:innen von den Entwickler:innen von Unstable Unicorns. Das Ziel des Spiels ist es als Anführer:innen einer Held:innengruppe entweder drei Monster zu besiegen als Erste:r eine vollständige Held:innentruppe mit sechs verschiedenen Klassen zusammenzustellen. Dazu wird gezogen, gespielt, gewürfelt, aber vor allem: miteinander interagiert (gerne auch gemein).
Das Spiel kommt mit einer Vielzahl verschiedener Karten, Held:innen, Monster, Items, Zauber und Modifikatoren, sowie zwei Würfeln und Charakterkarten, die jede Partie anders machen.
Ablauf und Regeln
Jede:r Spieler:in wählt eine Party Leader-Karte aus. Jede hat eine Klasse und einen Spezialeffekt. Danach werden die Monsterkarten gemischt und drei davon offen in die Tischmitte gelegt. Alle anderen Karten (Held:innen, Gegenstände, Magie, Modifikatoren) mischst du zum Hauptstapel und gibst allen Spieler:innen 5 Karten auf die Hand.
Das Spiel geht im Uhrzeigersinn weiter. Jede:r Spieler:in hat pro Runde 3 Aktionspunkte (AP), die er/sie frei einsetzen kann. Mit den Aktionspunkten kannst du eine Karte ziehen, eine Held:innen-, Gegenstands- oder Magiekarte ausspielen, zwei Würfel rollen, um einen Held:innen-Effekt zu aktivieren (je 1 AP), einen offenen Monsterkampf starten (2 AP) oder deine Hand ablegen und 5 neue Karten ziehen (3 AP). Du kannst auch dieselbe Aktion mehrmals machen (solange du AP hast) oder deine Runde früher beenden, wenn du willst.
Um ein Monster zu bezwingen, musst du es mit AP angreifen und zwei Würfel rollen, um eine bestimmte Zahl zu erreichen oder zu übertreffen. Gelingt es, gilt das Monster als geschlagen und du legst es vor dich. Es zählt auf deinem Weg zum Sieg. Schlägst du nicht genug, passiert entweder nichts oder du musst eine/n Helden/Heldin opfern (je nach Monster-Text).

Mein persönlicher Eindruck
Wir waren zu fünft, niemand von uns kannte das Spiel. Die Anleitung war schnell verinnerlicht, und nach wenigen Minuten standen die ersten Held:innen auf dem Tisch. Obwohl Here To Slay häufig mit kurzen Partien von 30-60 Min angegeben wird, hat unser Spiel mit ca. 2 Stunden deutlich länger gedauert. Das lag weniger an Regelkomplexität, sondern vielmehr daran, dass jede Interaktion und jede Herausforderung bei fünf Leuten einfach mehr Zeit braucht. Aber genau darin lag auch ein großer Teil unseres Spaßes. Jede:r konnte gleichzeitig nach seinem Vorteil suchen und die anderen attackieren. Ob nun ein Monsterkampf angesagt war oder ein gemeiner Zauber gespielt wurde, dieser „Take-That“-Aspekt brachte immer wieder Gelächter, aber auch strategische Überlegungen auf den Tisch.
Timing ist bei Here To Slay alles. Wann greife ich an? Wann halte ich mich zurück, um nicht alle Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen? Ich habe schnell gelernt, mich emotional nicht zu sehr mit den süßen Tierheld:innen anzufreunden. Die lagen manchmal nur wenige Augenblicke auf dem Tisch, ehe sie gediebt oder besiegt worden waren. Die Grafik ist liebevoll und witzig, die Karten und Würfel farbenfroh. Das Design lädt geradezu dazu ein, mit einer lockeren Truppe zu spielen.
Bei Here To Slay handelt es sich um eine gute Mischung aus Glücksspiel und Strategie. Würfel und Karten sorgen für Überraschungen, aber kluges Spiel zahlt sich aus. Das Spiel war dabei durchgehend locker, aber nicht belanglos. Jeder Zug fühlte sich relevant an, und am Ende hatten wir deutlich mehr gelacht und geblutet (im übertragenen Sinne) als ich es vorher gedacht hätte.

Fazit
Here To Slay hat mir sehr gut gefallen. Was zunächst nach leichter Kost aussah, entpuppte sich als unterhaltsames, interaktives Kartenspiel mit genügend Tiefe für einen langen Abend, gerade in einer Gruppe von fünf Leuten. Es hat was von Munchkin und Magic, aber dann doch wieder seinen ganz eigenen Stil. Es bringt Gelächter, taktische Momente und ein bisschen Chaos an den Tisch, ohne übermäßig kompliziert zu werden und ist somit auch für Neulinge im Genre gut geeignet. Für alle, die spielerische Abende mit Humor und Konkurrenz lieben, ist es eine absolute Empfehlung.
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Diese neugierige Seele stammt us dem rauen Norden, wo Wind und Wellen das Land formen. Getrieben von Neugier zieht sie durch Tavernen, Häfen und ferne Länder und ist dabei immer auf der Suche nach den Wahrheiten hinter den Märchen. „Thale Grimm“ ist ihr Pseudonym, unter dem die Autorin ihre Gedanken und Erzählungen teilt.
